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Arbeitskämpfe, politische Widerstandsbewegungen und die soziale Revolution

Gegen Ausbeutung und schlechte Arbeitsverhältnisse: revolutionäre Organisierung in den Betrieben!

Der erste Mai ist der Tag der Arbeit. Seit jeher sehen progressive Arbeiter:innen in der Selbstorganisation am Arbeitsplatz, in den Betrieben und Fabriken einen Hebel für den Kampf gegen die zerstörerische Logik des Kapitals.

Heute ist die Arbeit im globalen Weltmarkt so unerträglich wie eh und jeh: Die Löhne stagnieren, während die Konsum- und Haushaltskosten kontinuierlich steigen. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu – vor allem bei den Jugendlichen – bei gleichzeitiger Ausweitung des Niedriglohnsektors. Die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsverhältnissen bringt unter dem Deckmantel der Flexiblität/des technologischen Fortschrittes neue Unsicherheiten und Ausbeutungsmechanismen hervor. 

Die Pandemie hat die Widersprüche zwischen Arm und Reich zusätzlich verstärkt. In der Schweiz sind bis zu 50’000 Menschen seit Beginn der Corona-Krise arbeitslos geworden und die Löhne der unteren Einkommensschichten sind bis zu 400 Franken gesunken. Gleichzeitig haben die 10 reichsten Menschen der Welt seit 2019 ihr Gesamtvermögen um eine halbe Billion US-Dollar erhöht. Gegen diese fortschreitende Ungleichheit gehen weltweit Menschen auf die Strasse, organisieren Proteste und leisten Widerstand: Philippinen, Kasachstan, Sudan, Mexiko um nur einige aktuelle Beispiele zu nennen.

Auch am Arbeitsplatz selber wird wieder vermehrt gekämpft, selbst in Sektoren in denen die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften gering eingeschätzt wurde und man davon ausging, dass sich Arbeiter:innen nur schlecht organisieren lassen. Die Charité-Pflegerinnen des Berliner Spitals konnten im letzten Jahr nach fünfmonatigem Streik die Klinikleitung dazu bringen, mehr Fachpersonen einzustellen und setzten so dem Spardiktat der deutschen Bourgeoisie etwas entgegen. In Polen mussten 2019 für kurze Zeit 80% der Schulen geschlossen werden, weil Lehrer:innen im ganzen Land ihre Arbeit niederlegen. Auch in der Schweiz organisierten sich Pflegearbeiter:innen während der Pandemie unter dem Postulat Care Work Unite gegen miese Arbeitsbedingungen.

In den vereinigten Staaten wurde vergangenen Oktober unter dem Hashtag #Striketober gefeiert, dass in etlichen Branchen abertausende von Menschen in den Streik traten: Von Pflegefachleuten beim Krankenhauskonglomerat Kaiser Permanente über Arbeiter:innen in der Landwirtschaftsmaschinen Produktion bei John Deer bis zu Handwerker:innen die auf Filmsets in Hollywood arbeiten.

Selbst in den Arbeitsgefügen des digitalen Kapitalismus regen sich Widerstände. Nach langem Ringen können sich bei Amazon Angestellte endlich gewerkschaftlich organisieren. 2018 beteiligten sich 20’000 Angestellte an einem “Google Walkout”, während sich auch in Zürich beim Tech-Giganten Arbeiter:innen zur Wehr setzen.

Mit den Pandemie-Lockdowns gewann der Food-Delivery Bereich massiv an Aufschwung. Es entsteht der Eindruck, in den kapitalistischen Zentren werden die Lieferant:innen langsam zur Speerspitze des digitalen Tech-Proletariats. Die Arbeiter:innen bei Gorilla, einem Fahrradkurierdienst aus Berlin, haben mit ihren wilden Streiks nicht nur international für Aufsehen gesorgt, sondern haben ihren Chefs auch richtig Dampf im Kessel gemacht. In Lausanne organisierten sich Arbeiter:innen des Lieferdienstes Smood und zwangen den Start-Up Unternehmer Marc Aeschlimann in die Knie. Berufe wie der der Velokurier:innen sind bekannt für die ultraflexibilisierten und unsicheren Arbeitsbedingungen. Ständig auf Abruf, getrieben von Anweisungen übers Smartphone und eine Austauschbarkeit der Arbeitskraft durch die Automatisierung zeichnen diese Arbeit aus. Hier stehen institutionalisierte und staatstragende Gewerkschaften an. Ihre starren Organisationsstrukturen werden den Herausforderungen der neuen Arbeitsverhältnisse nicht gerecht. Es scheint als hätten diese Organisationen die notwendige Perspektive einer radikalen Veränderung der Gesellschaft schon lange an den Nagel gehängt. Anstatt für den Klassenkampf von unten, stehen sie für Burgfrieden und Sozialpartnerschaft.

Dieses Vakuum füllen autonome Formen der Arbeitsorganisation und kleine kämpferische Basisgwerkschaften. In solchen Unionen gibt es keine bürokratische Gewerkschaftsführung, sondern alle Entscheidungen werden von der Basis demokratisch getroffen. Dazu kommt, dass viele dieser Organisationen am proletarischen Standpunkt festhalten, indem sie einen notwendig antagonistischen und nicht zu befriedigenden Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit ausmachen.

In solchen Entwicklungen liegen Potenziale und Anknüpfungspunkte zwischen organisierten Arbeiter:innen und revolutionären Kräften. In Solidarität mit allen Unterdrückten und Ausgebeuteten und mit Blick auf die politischen und sozialen Widerstandsbewegungen weltweit, gehen wir am ersten Mai auf die Strasse, um unsere historischen Aufgabe einen Schritt näher zu kommen: Die endgültige Überwindung des Kapitalismus!

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