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Gemeinsam queerfeministisch und antirassistisch gegen Normen und System!

Gemeinsam antirassistisch und queerfeministisch agitieren 

Queerfeministische, antirassistische und antiableistische Kämpfe erleben starken gesellschaftlichen Gegenwind, nicht zuletzt dadurch, dass sie als Identitätspolitik abgewertet werden. Identitätspolitik als Begriff wurde von Schwarzen, queeren Feminist:innen erstmals verwendet, prangert strukturelle Diskriminierungen an und verortet deren Ursprung klar in kapitalistischen Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnissen. Diese Analyse und Kritik haben Schwarze queere Feminist:innen als Betroffene heraus erarbeitet und nannten es Identitätspolitik. Dementsprechend ist die Politik eines jeglichen Standpunkts (auch und insbesondere jener des cis-hetero, weissen, vermögenden Mannes) als Identitätspolitik zu verstehen. Wenn rechte Kommentator*innen und bürgerliche angebliche Intellektuelle über Identitätspolitik herziehen und in weiten Bevölkerungsgruppen Resonanz erfahren, steckt dahinter nicht nur eine Herabsetzung und Verharmlosung intersektionaler aktivistischer Ziele, sondern systematische Queer- und Transfeindlichkeit, sowie Rassismus und Ableismus. Die täglichen Erfahrungen in einem kapitalistischen, rassistischen, patriarchalen, queerfeindlichen und ableistischen System werden so unbedeutend und unsichtbar gemacht, unsere Kämpfe vereinzelt und als unwesentlich dargestellt.

Nicht erst seit der einseitigen Bereitschaft Europas weisse und white-passing Flüchtende aus der Ukraine aufzunehmen, erleben wir eine zutiefst rassistische, euro-nationalistische Grenzpolitik, in deren Mittelpunkt die profitorientierte und gewalttätige Grenzschutzagentur Frontex steht. An unterschiedlichen Orten erleben wir einen forcierten Angriff auf reproduktive Selbstbestimmung, wie die jüngst lancierten Initiativen der SVP zu Abtreibungen oder die fortschreitende Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Polen und verschiedenen Bundesstaaten der USA. Die Covid-Pandemie zeigt zudem überdeutlich, dass dieses kapitalistische System grundlegend auf der un- und unterbezahlten Care-Arbeit, welche (migrantisierte) TINFLAQ* Personen leisten, basiert. Weltweit erleben wir täglich Feminizide und steigende Mordraten an trans Menschen. Wachsende institutionalisierte Queerfeindlichkeit offenbart sich neben der Gesetzgebung Ungarns auch in den Vorstössen des Parlaments in Guatemala und der «Don’t-Say-Gay-Bill» aus dem Bundesstaat Florida. Gleichzeitig mobilisieren faschistische Gruppen in Europa auf die Strasse und machen Unsagbares sagbar.

All diese Beispiele zeigen überdeutlich, wie sehr das kapitalistische System durch die Macht der besitzenden, bürgerlichen, rechten und staatlichen Kräfte auf Ableismus, Rassismus, dem Patriarchat und Heteronormativität gründet. Unsere Kämpfe und unsere Existenzen hinterfragen jedoch ihre grundlegenden Normen, bringen ihre ideologische und gewalttätige Herrschaft zum Zittern. Denn ohne die Ausbeutung unserer Körper und Arbeit kann das System nicht funktionieren.

Wir müssen uns deswegen mit der Komplexität und mehrschichtigen Verstrickung des kapitalistischen Systems auseinandersetzen und vereint kämpfen, wenn wir einen revolutionären Systemwandel erreichen wollen. Nur gemeinsam schaffen wir die patriarchale, zutiefst rassistische und ableistische Herrschaft ab, bis das Geschlecht keine Rolle mehr spielt. Gemeinsam erinnern wir uns an die revolutionären Ursprünge antirassistischer, queerfeministischer und antiableistischer Aufstände und geben uns mit staatlichen Zugeständnissen niemals zufrieden. Gemeinsam zertrümmern wir vorherrschende Vorstellungen von «Natur», Reproduktion, Arbeit, Familie, Zusammenleben und dem eigenen Selbst. 

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